„Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum“   



„Ist der Landarzt noch zu retten? Wie sieht die Versorgung mit Ärzten und Apotheken in Zukunft aus“, fragte einleitend zu der OWL-Veranstaltung der Senioren Union im Hotel Victoria, Hövelhof, der Bezirksvorsitzende Peter Fröhlingsdorf, Paderborn. Zahlreiche Seniorinnen und Senioren, darunter auch viele Gäste, wie der Hövelhofer Bürgermeister Michael Berens, waren der Einladung gefolgt.                                                                  Als Referent war Dr. F. Holger Ludwig, Arzt und Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz eingeladen. Und machte gleich deutlich, das Leben auf dem Lande ist für Kinder und Erwachsene wesentlich gesünder als in der Stadt. „Aber der Mangel an Landärzten ist da und mit dem demografischen Wandel wird sich das Problem noch verschärfen. Weil man aber nicht mehr auf eine große Anzahl von Krankenhäusern zurückgreifen kann, fehlen zukünftig auch fachärztliche Kräfte, die eine Grundversorgung mit übernehmen könnten. Für kleine Orte auf dem Lande gelte besonders, wo der Hausarzt fehlt, da fehlt der Facharzt erst recht, z.B. ein Zahnarzt“ so Dr. Ludwig. Wenn junge Medizinstudenten davon überzeugt werden können, nach dem Studium in den ersten Berufsjahren im ländlichen Raum zu praktizieren, dann muss diese Bereitschaft mit einem bevorzugten Studienplatz honoriert werden. Mit einer Landarztquote von bis zu zehn Prozent der verfügbaren Medizinstudienplätze könne man Anreize schaffen.Dr.Ludwig führte weiter aus, dass die Bedarfsplanungen der KV anders geregelt werden müsse. Es darf nicht sein, dass in einem Planungsbezirk Stadtfläche und Landfläche gleichberechtigt in einer Bedarfsgesellschaft sind. Die Regelung der Niederlassungs-Situation muss auch immer unter dem Gesichtspunkt der Situation der Ärztinnen, Familien und Beruf, betrachtet werden. Doch bis die Politik Hausarztquoten umsetzen kann, gehen mindestens 10-12 Jahre ins Land. 
Hilfstätigkeiten wie z.B. Wundverbände anlegen, Facharzttermin arrangieren usw. Weiter könnten in jeder Kommune, die ohne Hausarzt ist ein örtliches kommunales Gesundheitszentrum eingerichtet werden, Hier könnten dann Kranke durch Ärzte aus den Nachbarkommunen versorgt werden. Hierzu werden im Bürger- oder Gemeindehaus ein bis zwei Zimmer eingerichtet und außerdem die Gemeindeschwester tätig sein. Gleichzeitig wäre auch eventuell eine zahnärztliche Präventionssprechstunde in diesen Räumen möglich, denn gerade bei älteren Menschen habe die dentale Situation einen höheren Stellenwert. Nach dem Vortrag wurde dann in der sich anschließenden Diskussion deutlich, dass die Situation zur ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum in OWL recht unterschiedlich ist, aber doch in vielen (Erfahrungs-) Bereichen ähnlich.

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